Insel Kos – ein Traumziel (nicht nur) für Familien

Die griechische Insel Kos ist für Badeurlaub eines der Lieblingsziele der Deutschen. Kos gehört zu den Destinationen in Griechenland mit den schönsten Stränden. Viele davon sind nach wie vor unverbaut und können auf einem kleinen Spaziergang oder mit dem Fahrrad gut erreicht werden. Es wäre aber schade, würde man Kos nur auf seine langen Sandstrände reduzieren. Die geschichtsträchtige Insel hat nämlich noch viel mehr zu bieten.

Und wer länger hier weilt, kann außerdem mit der Fähre interessante Tagesausflüge auf die Nachbarinseln machen. Das lohnt sich vor allem deshalb, weil jede griechische Insel ihren ganz eigenen Charakter hat.

Auf Kos finden sich stille, beinahe menschenleere Buchten aber auch der ein oder andere Party Beach. Verschlafene Dörfer, lebhafte Touristenorte und viele spannende historische Sehenswürdigkeiten sorgen dafür, dass der Urlaub niemals langweilig wird. Hier fühlen sich Alleinreisende ebenso wohl, wie Paare oder Familien.

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Kos in Zahlen

Das in der Östlichen Ägäis gelegene Kos ist eine von 25 bewohnten Inseln der Dodekanes-Inselgruppe. Sie hat rund 35.000 Einwohner. 20.000 leben in der gleichnamigen Inselhauptstadt. Kos liegt nur vier Kilometer von der Stadt Bodrum in der Türkei entfernt. Die höchste Erhebung ist das Dikeos-Massiv mit 846 m ü. M. Urlaubsgäste dürfen sich auf beinahe 30 Kilometer schönen Sandstrand freuen. Die Flugzeit beträgt ab Deutschland ungefähr drei Stunden. Auf der beliebten Ferieninsel werden pro Jahr rund 3000 Sonnenstunden gezählt.

Die Geschichte von Kos

Auf Kos kann eine einzigartige Sehenswürdigkeit besucht werden: das Asklipieíon. Die Ausgrabungsstätte befindet sich in der Nähe der Inselhauptstadt. Der Kult des Heilgottes Asklipieíon kam in der Antike durch Siedler aus Epidauros in die Region. 546 v. Chr. übernahmen die Perser die Kontrolle über die Insel, später gehört sie zum attischen Seebund. Im Jahre 405 fiel Kos an Sparta.

Weltbekannt ist Kos durch Hippokrates (460 – 370 v. Chr.), der hier an der berühmten Ärzteschule lehrte. Die Insel Kos ist untrennbar mit dem Arzt und Heiler verbunden, der als Vater der Heilkunde und Begründer der Medizinwissenschaften gilt. Von ihm stammt die heute noch gültige Erkenntnis, der Viersäftelehre, wonach das Gleichgewicht von Galle, Schleim und Blut Voraussetzung für die Gesundheit des Menschen ist.

Im 4. Jahrhundert wurde Kos von Alexander dem Großen erobert, zuvor war es Teil des Römischen Reiches und anschließend des Byzantischen Reiches. Auch die Venezianer herrschten eine Zeitlang auf der Insel bevor sie diese an die Johanniter verkauften. Die Ritter blieben 200 Jahre und mussten dann aufgrund einer türkischen Invasion fliehen. In den kommenden 400 Jahren besetzten die Osmanen Kos, bis es 1912 in den italienischen Machtbereich gelangte. Im 2. Weltkrieg wurde Kos von der Wehrmacht besetzt und wurde 1947 von Großbritannien an Griechenland übergeben.

Gut zu wissen: Zeitzeugen seiner bewegten Vergangenheit lassen sich zahlreich auf der Insel Kos finden. Es ist strikt verboten, Steine, Scherben und andere historische Gegenstände mitzunehmen. Bei einem Zufallsfund sind unverzüglich die Behörden zu informieren!

Die schönsten Urlaubsorte auf Kos

Die Frage, wo es in Kos für einen Familienurlaub am schönsten ist, lässt sich nicht einfach beantworten. Kos hat viele Facetten.

Zahlreiche Touristenhotels und nette, familiäre Pensionen finden man vor allem in Mastichari, Marmari und Kardamena.

  • Kardamena war einst ein typisch griechisches Fischerdorf, gelegen an der Südküste der Insel Kos. Im Lauf der letzten Jahrzehnte wurden in Kardamena etliche Hotels erbaut und Tavernen eröffnet. Vor allem britische Pubs sind hier zu finden. Es gibt einen kleineren Strand am Hafen, und einige sehr schöne Sandstrände in der näheren Umgebung. Kardamena ist das ideale Reiseziel für alle, die neben dem ursprünglichen Griechenland vor allem Unterhaltung suchen.
  • Marmari ist der beste Urlaubsort auf Kos für alle, die in erster Linie relaxen möchten und Strandfeeling schätzen. An der Nordküste gelegen, verfügt der kleine Ort kaum über Attraktionen außer jener, die alljährlich Gäste aus aller Welt anzieht: Den einmalig schönen und sehr breiten Sandstrand. Das kristallklare Wasser fällt flach ab und wird von schneeweißen Dünen gesäumt. Vor allem Familien finden in Marmari ein echtes Urlaubsparadies, welches zudem mit seiner auffallenden Sauberkeit punktet.
  • Mastichari liegt ebenfalls an der Nordküste der Insel Kos. Anders als in Kardamena oder Marmari überwiegt hier noch der typisch griechische Inselalltag. Die rund 400 Einwohner verbiegen sich nicht für die Touristen, weshalb das Dorf seinen ursprünglichen Charme behalten hat. Entertainment sucht man in Mastichari vergebens. Dieser malerische Ort ist ideal für Ruhesuchende, für Singles oder für Familien, die kein pulsierendes Nachtleben brauchen. Langweilig wird es in Mastichari aber keinesfalls: In der Umgebung ist doch einiges los und die lebhafte Inselhauptstadt liegt gerade mal 22 Kilometer entfernt. Für Kinder gibt es in Mastichari übrigens einen tollen Wasserpark und vom Hafen aus werden Ausflüge auf die Nachbarinseln angeboten.

Kos – die schönsten Ausflugsziele

Die bewegte Geschichte der Insel, vor allem die lange Herrschaft des Osmanischen Reiches, hat natürlich ihre Spuren hinterlassen. So gibt es zum Beispiel seit 1725 in Kos-Stadt eine Moschee, die Defterdar-Moschee. Heute dient sie jedoch nicht mehr dem Gebet, sondern als Treffpunkt. Sie gehört der islamischen Gemeinde der Insel, die in der Moschee ein Café betreibt. Willkommen ist jeder. Es gibt allerdings keinen Alkoholausschank.

Kos-Stadt, der Inselhauptort, hat einige sehr interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dazu gehören das Archäologische Museum, das Johanniterkastell Neràtzia und der Mandraki-Hafen. Vor allem verzaubert die Architektur in der Altstadt: Bauwerke die teilweise bis über 2000 Jahre alt sind prägen das Bild.

Das weltbekannte Asklipieíon ist ein Muss während des Urlaubs auf Kos. Es handelt sich nicht nur um die wichtigste, sondern auch um die am schönsten gelegene, archäologische Stätte in der Ägäis. In der Antike war das Asklipieíon ein bekannter Kurort, bereits damals schätzten die Menschen die angebotenen Wellnessanwendungen.

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Ruhesuchende finden diese auch Sommer, und zwar im Westen der Insel Kos. Hier befindet sich die Halbinsel Kefalos. Außer einer kleinen Kapelle, die Johannes dem Täufer geweiht ist, gibt es auf der Halbinsel Kefalos vor allem wundervolle Natur. Schwimmen und Baden ist allerdings wegen der gefährlichen Strömung nicht empfehlenswert. Dafür bieten sich herrliche Ausblicke auf das Meer, Platz zum Träumen und Relaxen und entspannendes Wellenrauschen. Tavernen findet man hier nicht, aber es steht ein kleiner Picknickplatz zur Verfügung.

Einen Besuch lohnt auch Platani, ein Dorf mit einer Besonderheit auf der Insel Kos: Hier leben Muslime, deren Vorfahren aus der Türkei kamen, mit orthodoxen Griechen ganz entspannt zusammen. Es stört sich auch keiner daran, dass die einen am Sonntag den orthodoxen Gottesdienst besuchen und die anderen am Freitag in der Moschee beten. Urlauber können sich in den Tavernen des Dorfes kulinarisch von griechisch und türkisch geprägten Speisen verwöhnen lassen. Besonders die Süßigkeiten der Konditorei sind ein Highlight.

Kos – die schönsten Strände auf der Insel

Nicht umsonst ist Kos ein beliebtes Ziel für Strandurlaub. Wer nicht immer am gleichen Strand sonnen und baden möchte, kann sich ein Fahrrad oder ein Auto mieten und immer wieder verschiedene Strände kennenlernen. Besonders empfehlenswert sind:

  • Psalidi Beach: Kein anderer Strand auf Kos ist so vielseitig wie der Psalidi Beach. An diesem finden sich sowohl einsame Badebuchten als auch beste Bedingungen für Wassersportler. Familienfreundliche Hotels, Strandlokale und coole Beach-Bars sorgen dafür, dass es den Gästen an nichts fehlt. Der südliche Strandabschnitt ist für FKK reserviert.
  • Marmari Beach ist ganz klar die Nummer eins für Familien. Er ist von den großen Hotelanlagen nur einen Katzensprung entfernt. Der wunderschöne Sandstrand ist mehrere Kilometer lang. Das Wasser fällt flach ab und ist frei von Steinen. Optimal also für Familien mit jüngeren Kindern. Der Strand ist so groß, dass es immer genügend Platz gibt zum Relaxen, Sandburgen bauen und sich so richtig zu erholen. Einige Bäume spenden Schatten.
  • Paradise Beach im Süden der Insel gilt als beliebtester Strand von Kos. Entsprechend viele Urlauber zieht er an. Wer die lebhafte Atmosphäre mag, ist also absolut richtig hier. Der feine weiße Sandstrand ist auch gut mit den öffentlichen Bussen erreichbar. Familien schätzen die gute Ausstattung: Es gibt Liegestühle, Sonnenschirme, Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten. Übrigens, Paradise Beach ist auch als Bubble Beach bekannt. Aufgrund des vulkanischen Untergrunds steigen gelegentlich Luftblasen an die Wasseroberfläche. Vor allem Kinder haben daran Spaß.

Essen gehen mit Kindern auf Kos

Griechen sind sehr kinderlieb und es ist üblich, dass schon die Jüngsten fast überall dabei sind. Kinder dürfen auch abends mit in die Taverne. Wie überall in südlichen Ländern üblich, stört man sich nicht an herumspringenden Kindern. Dort, wo nur wenige Touristen einkehren, funktioniert die Bestellung häufig noch wie eh und je: Der Gast darf in die Töpfe schauen und sich zusammenstellen, was er gerne essen möchte. Davon profitieren Familien, deren Kinder nicht alles essen mögen.

Gute Restaurants auf Kos mit einem besonderen Ambiente sind zum Beispiel:

  • Orea Ellada ist ein kleines Restaurant, welches in den Räumlichkeiten eines alten Gutshauses eröffnet wurde. Es verfügt über einen schönen Garten, Ferienwohnungen, Terrasse, Kunstgalerie und Antiquitäten-Boutique. Die Wirtin kocht selbst, und zwar täglich nur ein Gericht. Das Orea Ellada befindet sich in Lagoudi direkt neben der Dorfkirche.
  • Sunset Balcony ist der ideale Ort, um den Tag ausklingen zu lassen. Hier gibt es griechische Kleinigkeiten und leckere Eigenkreationen sowie einen wunderschönen Sonnenuntergang. Sunset Balcony ist ein nettes Lokal in Zia, gleich bei der Dorfkirche.

Kos – Inselhüpfen zu den Nachbarinseln

Von Kos aus fahren regelmäßig Fähren zu den Nachbarinseln. Es werden auch organisierte Ausflüge angeboten. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch der heiligen Insel Patmos. Hier schrieb der Evangelist Johannes das letzte Buch des Neuen Testaments, welches er in einer Vision auf der Insel empfing. Das Buch der Apokalypse ist eine der bedeutendsten Schriften der Christenwelt. Schon von der Fähre aus ist, sobald die Insel ins Blickfeld kommt, das uralte Kloster von Patmos zu sehen. Das Welterbe der UNESCO sollte man besucht haben!

Pserimos, ein winziges Inselchen mit nur ein paar wenigen Einwohnern ist einzigartig. Ein Strand und einige Häuser drum herum bilden das Zentrum. Ideal um auszuruhen und zu entschleunigen! Sanfte Hügel, im Frühling grün, ansonsten vertrocknet, viel Thymian und einige knorrige Bäume prägen die Landschaft.

Weitere interessante Ausflüge führen zu der Vulkaninsel Nissyros und nach Kalymnos, die als Insel der Schwammtaucher bekannt ist.

Übrigens: Die Fähren werden oft von Delphinen begleitet, was für Jung und Alt jedes Mal ein besonderes Highlight ist.

Anreise und beste Reisezeit für die Insel Kos 

Zwischen November und ca. Mitte März regnet es auf Kos häufig. Es kann stürmen und recht ungemütlich sein. Die Hotels und touristischen Einrichtungen haben dann geschlossen. Ab Mai beginnt die neue Feriensaison. Die Insel grünt und blüht im Frühling. Regen gibt es bis in den Oktober hinein fast keinen. Schon im Juni werden Temperaturen von teilweise über 30 Grad gemessen. Jetzt kommen die Badeurlauber voll auf ihre Kosten. Der wärmste Monat ist in der Regel der Juli, aber auch im August kann es noch sehr heiß werden. Entsprechend steigt auch die Temperatur des Meeres. Es ist möglich, bis Anfang Oktober im Meer zu schwimmen. Die Lufttemperatur wird ab September wieder angenehmer.

Die meisten Urlauber reisen über den Flughafen Kos-Hippokrates an. Er wird von den griechischen Fluggesellschaften und während der Urlaubssaison auch von diversen Charterfluggesellschaften angeflogen. Die Flugzeit beträgt ab Deutschland ca. drei Stunden. Wie bereits erwähnt, gibt es gute Fährverbindungen zu den Nachbarinseln. Aber auch mit anderen Regionen der griechischen Inselwelt sowie mit Athen bestehen Fährverbindungen

Ist Kos ein Hotspot für Migranten?

2015 errichtete die EU in der Nähe des Binnendorfes Pyli ein Flüchtlingslager. Die meisten von uns werden sich an die Bilder erinnern, als ganze Familien erschöpft und orientierungslos auf Kos strandeten. Noch immer leben viele Flüchtlinge auf Kos, jedoch beeinträchtigen diese die Urlauber in keiner Weise. Es kann aber zu Demonstrationen kommen, wenn Bewohner des Lagers ihren Unmut darüber kundtun, dass ihnen die Weiterreise aufs Festland versagt wird. Urlauber sollten solche Veranstaltungen meiden.

Urlaub auf Kos buchen?

Kos gehört zu den fünf meist besuchten Inseln Griechenlands. Das kinderfreundliche Reiseziel hat das beste Radwegenetz der Ägäis, gut durchdachte Buslinien und Fährverbindungen zu den Nachbarinseln. Wer einmal genug vom Chillen am Traumstrand hat, kann auf eigene Faust die schönsten Ecken der Insel erkunden.

Die Strände der Insel Kos sind noch weitestgehend unverbaut und einige menschenleere Buchten laden zum Chillen ein. Kultur und Architektur sowie die friedliche, entspannte Stimmung auf Kos sind der Grund, warum viele Urlauber immer wieder gerne zurückkommen.

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